Der Palettentausch - Irrtümer & Probleme
Irrtümer
- „Der Europalettenpool ist ein geschlossener Tauschpool“
Die meisten Unternehmen denken nach wie vor, es gebe einen geschlossenen Tauschpool, aus dem ein Ausstieg gar nicht oder nur unter großem Aufwand möglich ist. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass es „den zentralen Europalettentauschpool“ als geschlossenen Pool gar nicht gibt. Hier werden lediglich einheitliche Kriterien für den Tausch festgelegt – der Tausch an sich wird durch individuelle Absprache zwischen zwei Vertragspartnern, also zwischen Versender und Empfänger, vereinbart.
- „Ich kann ja gar nichts anderes machen, weil wir schon seit Jahren tauschen.“
Den Unternehmen ist oft nicht bewusst, dass ein Umstieg vom Tausch auf den Weiterverkauf jederzeit möglich ist, da es sich sowohl beim Tausch als auch beim Weiterverkauf um Individualvereinbarungen zwischen den beiden Vertragsparteien handelt und es ihnen frei steht, welche Wege sie im Palettenhandling wählen.
- „Der Europalettenpool hilft, wenn es Probleme zwischen den Tauschpartnern gibt.“
Ein weiterer Irrtum. Bei Problemen zwischen den Tauschpartnern kann der Europalettenpool nichts bewirken, da die jeweiligen Tauschpartner individuelle Vereinbarungen untereinander treffen und Probleme somit auch alleine regeln müssen. - „Ich kann ja gar nicht so schnell umsteigen.“
Auch dies ist ein Irrtum, denn meist gibt es gar keine Verträge untereinander, sondern individuelle Absprachen zwischen den jeweiligen Tauschpartnern. Somit ist ein Umstieg jederzeit möglich.
Probleme
Wer auf den Einsatz von Paletten angewiesen ist, kennt die vielseitige Problematik im Palettentausch:
- Neue Paletten werden eingekauft. Im Zuge des Tausches kommen jedoch häufig „schlechte“ Paletten zurück. Aus Erfahrungsberichten der Falkenhahn AG geht hervor, dass nach Angaben der Kunden (Verlader) durchschnittlich 3 von 10 Paletten, die im Zuge des Palettentausches angeliefert werden, nicht mehr eingesetzt werden können bzw. nicht den geforderten Qualitätsansprüchen entsprechen.
Gerade für den Einsatz im Hochregallager und im Bereich der Hygiene- und Lebensmittelproduktion ein großes Problem,
- da hier nur neuwertige, qualitativ einwandfreie Paletten zum Einsatz kommen dürfen, um eine ausreichende Sicherheit und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.
- Versucht der Verlader, dieses Problem zu lösen, indem er eine konsequente Qualitätskontrolle einführt, häufen sich die Palettenforderungen, weil die Speditionen bzw. Frachtführer keine geeigneten Paletten bereitstellen können. Das bedeutet jede Menge Aufwand der durch das Ausstellen, Verbuchen und Verrechnen von Palettenscheinen herbeigeführt wird. So haben sich im Laufe der Zeit bei vielen Verladern Palettenforderungen in 6-stelliger, teilweise sogar in 7-stelliger Höhe angehäuft.
- Viele Speditionen können sich Leerfahrten zum Ausgleich von Palettenfehlbeständen nicht mehr leisten, da diese Zusatztransporte die ohnehin knappen Margen aufzehren.
- Situation im Export: Ausländische Partner fordern, dass ihre Ware auf tauschfähigen Mehrwegpaletten angeliefert wird; häufig kommen jedoch keine Paletten mehr zurück, obwohl ein Zug-um-Zug-Tausch vereinbart war.
- Zudem macht die Globalisierung den Zug-um-Zug Tausch von Paletten im überregionalen -internationalen Speditionsverkehr nahezu unmöglich.
